Mutter Wehner ist eine feste Institution in der Stimbergstadt. Die traditionelle Küche trifft hier auf moderne Akzente.
Mit routinierter Bewegung schwenkt Jean-Marc Bordmann die Pfanne über der offenen Flamme. Ein kurzer Blick, ein prüfender Griff zum Löffel. In der Küche von Mutter Wehner sitzt jeder Handgriff. Hier entstehen Gerichte, die vertraut wirken und doch überraschen, eben klassische Küche neu gedacht. „Ich koche das, was ich selbst gerne essen würde“, sagt der Küchenchef. Dieser Satz beschreibt die Philosophie des Hauses treffend. Es gehe nicht um Effekthascherei, sondern um ehrliche Gerichte mit Raffinesse. Manchmal sei eine Rezeptidee plötzlich da, erzählt Bordmann. „Dann muss ich sie sofort aufschreiben.“
Seit acht Jahren führen zwei Brüder das traditionsreiche Restaurant gemeinsam. Christof Kopij bringt seine Erfahrung aus der klassischen Hotellerie mit, Marcin Kopij kommt aus der Eventgastronomie. Als Mutter Wehner damals zum Verkauf stand, war die Entscheidung nicht sofort gefallen. Mehrere Interessenten hatten bereits angeklopft. „Wir haben uns gefragt: Sollen wir diesen Schritt wirklich wagen?“, erinnert sich der 43-jährige Marcin. Aus der Überlegung wurde Ernst. Sie pachteten das Haus und entwickelten es weiter, ohne seinen Charakter zu verändern.
Bodenständige Küche mit High-End
Heute ist Mutter Wehner ein fester Anlaufpunkt im Vest. Besonders an Wochenenden ist das Restaurant oft ausgebucht. Im Innenbereich finden rund 200 Gäste Platz, dazu kommen zwei Biergärten mit insgesamt fast 240 Sitzplätzen. Hochzeiten, Geburtstage und Familienfeiern gehören ebenso zum Alltag wie der Mittagstisch, das Sonntagsfrühstücksbuffet oder Kaffee und Kuchen am Nachmittag.
Kulinarisch lebt Mutter Wehner von der Verbindung aus Tradition und Moderne. Alte Gerichte werden neu interpretiert, bekannte Komponenten überraschend kombiniert. Gebackene Klöße treffen auf klassischen Rinderschmorbraten, ein feines Zitronenpüree setzt frische Akzente. Die wechselnde Sonderkarte gibt dem Küchenteam Raum für Experimente. „Wir wollen zeigen, dass wir auch anders können“, sagen die Brüder. Der Anspruch sei hoch, aber bewusst bodenständig. Sternegastronomie um ihrer selbst willen sei nicht das Ziel. „Am Ende soll es vor allem schmecken.“
Wie gut das gelingt, zeigen das Menükarussell oder das Event OE schlemmt, bei denen Mutter Wehner regelmäßig dabei ist. Bei wechselnden Menüs und Gerichten lebt Koch Jean-Marc Bordmann seine Kreativität aus. Oder, wie Bordmann es ausdrückt: „High-End geht auch mit Küche von zu Hause.“