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Natur erleben, Wissen teilen
Foto: Volker Beushausen

Natur erleben, Wissen teilen

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jennifer von Glahn

Ein grünes Kleinod mitten im Landschaftsschutzgebiet von Oer-Erkenschwick: Die Biologische Station im Stadtteil Oer hat sich zu einem Ort des Lernens, Erlebens und der Begegnung entwickelt.

Bei uns funktioniert das alles – hier kommen wir gerne hin“, sagt Ludger Drescher, einer der engagierten Köpfe hinter dem Projekt. Jeden Mittwoch um 10 Uhr trifft sich das Team zum Arbeitseinsatz. Was mit einer Idee begann, ist heute ein vielfältiger Lernort, der besonders Kindern und Jugendlichen die Natur näherbringt. Schülergruppen und Kindergärten sind regelmäßig zu Gast auf der Wiese. Denn im Mittelpunkt stehen Kinder und Jugendliche. „Ob Kindergartenkinder, Schulklassen oder junge Besucher aus dem Stadtteil: Hier dürfen sie die Natur entdecken. Das sind die Gäste, die wir am liebsten hier haben“, betont Geschäftsführer Ludger Drescher.

Bei ihren Besuchen lernen die Kinder spielerisch, wie Bienen leben, wie aus Blüten Äpfel werden und wie Honig entsteht. Sie dürfen Waben bestaunen, Äpfel kosten – natürlich ungespritzt und naturbelassen – und sogar im Herbst beim Apfelsaftpressen mithelfen. „Die Kinder sollen lernen, wie wichtig Bienen sind oder dass man Löwenzahn essen kann“, erklärt Drescher. Dabei dürfen sie fühlen, riechen, probieren. Selbst das Totholz auf der Wiese wird zum Anschauungsobjekt – als Lebensraum für viele Tiere. Generell sind Besucher auf der Streuobstwiese willkommen. „Wer fragt, darf auch selbst Obst pflücken – aber bitte nicht räubern“, erklärt Drescher schmunzelnd. Unterstützung erhalten die Initiatoren von Sponsoren wie der Sparkasse Vest Recklinghausen, die verschiedene Projekte ermöglichen. Für Drescher und sein Team ist es wichtig, Menschen Natur zugänglich zu machen – gerade jenen, die selbst keinen Garten oder Naturraum zur Verfügung haben. Die Biologische Station ist nicht nur grün, sondern auch kreativ: Eine kleine Lokomotive aus Paletten beherbergt Schubladen mit Erde und Kräutern, ein Hochbeet aus alten Materialien zeigt, wie aus wenig viel werden kann. Dazu gibt es einen selbstgebauten Holzbackofen und Bienenstöcke, die liebevoll betreut werden.

Wissen weitergeben – als Streuobstpädagogen  

Aktuell lassen sich Drescher und weitere Mitglieder zum „Streuobstpädagogen“ ausbilden – ein zertifiziertes Programm über die Biologische Station in Lembeck. Ziel ist es, Kindern über ein ganzes Jahr hinweg die Natur auf der Streuobstwiese näherzubringen und dabei spielerisch Wissen über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge zu vermitteln. Ziel ist es, Menschen jeden Alters Natur erlebbar zu machen, ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge zu fördern und einfach mal durchatmen zu lassen. „Wir wollen zeigen, dass Natur nicht weit weg ist – sie beginnt direkt vor der eigenen Haustür“, so Drescher. Und wer fragt, darf auch immer mithelfen – beim Pflanzen, Pflegen oder Genießen.

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