Am Anfang kommt man schnell an seine Grenzen. Aber irgendwann merkt man, dass man stärker wird, körperlich und mental“, sagt Arijan Ljilca.
Der 28-Jährige trainiert seit rund zwei Jahren regelmäßig im Boxverein Erkenschwick 2024 e.V.. Was ihn besonders motiviert, ist nicht nur die körperliche Herausforderung. „Man ist fitter, startet besser in den Tag und merkt, dass man disziplinierter wird. Und das Miteinander hier im Verein ist ein großer Teil davon.“
Mit dieser Erfahrung ist er nicht allein. Rund 130 Mitglieder trainieren inzwischen im Verein, ein großer Teil davon sind junge Menschen. Kinder können bereits ab sechs Jahren anfangen. Seit der Gründung im Jahr 2024 wächst der Verein kontinuierlich und ist für viele zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden. Ein Grund für den großen Zulauf liegt auch im Training selbst. „Anders als viele denken, geht es beim Boxen nicht nur um Kraft. Kondition ist die Grundlage. Laufen, Ausdauer aufbauen, den eigenen Körper besser kennenlernen. Erst danach folgt die Technik“, erklärt Vereinsvorsitzender Andreas Giehl. Vieles passiert in Partnerübungen, bei denen Bewegungsabläufe, Reaktion und Timing trainiert werden. Der Boxsack ist zwar ein wichtiges Trainingsgerät, aber nicht das einzige. „Ein Sandsack schlägt nicht zurück“, lacht Giehl. Deshalb ist es wichtig, auch mit echten Partnern zu trainieren und Situationen realistisch zu üben.
Gleichzeitig spielt der Kopf eine große Rolle. Trainer und Sportler beschreiben Boxen oft als eine Art Schachspiel. Es geht darum, den richtigen Moment zu erkennen, sich zu kontrollieren und taktisch zu handeln. Diese Kombination aus körperlicher und mentaler Herausforderung macht den Sport für viele junge Menschen besonders attraktiv. Für viele junge Mitglieder bedeutet das Training mehr als nur Sport. Es gibt Struktur, stärkt das Selbstbewusstsein und hilft dabei, mit Herausforderungen umzugehen. „Man lernt, dranzubleiben und sich seinen eigenen Grenzen zu stellen“, sagt Arijan. „Das hilft nicht nur hier im Training, sondern auch im Alltag.“
Das Ziel des Vereins ist klar. „Möglichst vielen jungen Menschen den Zugang zum Sport zu ermöglichen, unabhängig von ihrem Hintergrund oder ihren Vorkenntnissen“, so Giehl. Um die Trainingsbedingungen weiter zu verbessern, beteiligt sich der Verein am Projekt „Vest Future“ der Sparkasse Vest Recklinghausen. Mit einem modernisierten Boxring will der Verein sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen unter guten Bedingungen trainieren können.