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Wissenswertes im Wald
Foto: Chrost

Wissenswertes im Wald

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Ein heiliger Baum, ein geheimnisvolles Kreuz und jahrhundertealte Legenden: Was steckt wirklich hinter diesem geschichtsträchtigen Ort in Oer-Erkenschwick?

„Der Text auf der Tafel beruht auf dem Wissensstand von 1993“, erklärt Michael Huhn, der Vorsitzende des Kulturkreises Oer-Erkenschwick. Zu dieser Zeit habe sich Otto Corzillius engagiert um die Heimatgeschichte gekümmert. „Der Ort regte aber bereits Heimatforscher im 19. Jahrhundert zu Spekulationen an.“ Ein heiliger Baum der Germanen habe hier gestanden, vermutete man. Während der Missionierung im 8. und 9. Jahrhundert soll er gefällt und durch ein Kreuz ersetzt worden sein. „Es gibt keine Indizien dafür, dass hier tatsächlich ein germanischer Kultort war“, so der 70-jährige Ortskundige. Das Kreuz weise auf ein mittelalterliches Holz- und Markengericht an diesem Ort hin.

„Der Heilige Baum wird in mittelalterlichen Protokollen als Ort für diese Zusammenkünfte genannt“, sagt Michael Huhn. Der Wald gehörte der Allgemeinheit, „hier in der Gegend den Oerer Bauern“. Bei den Zusammenkünften sei geklärt worden, wer wie viel Vieh eintreiben durfte, welche Bäume geschlagen werden konnten und wo es erlaubt war, Plaggen für das Düngen der Felder zu stechen: „Der Wald war für die Menschen ein Schatz, man ging sorgsam damit um.“ Darüber hinaus diente das Kreuz als Markierung: „Damals ging man die Gebietsgrenzen mit Vertretern aus den umliegenden Orten gemeinsam beim Schnadegang ab.“

Die Platte, auf der das Kreuz verankert ist, bildet einen Stern. „Ein Hinweis auf den heiligen Suitbert “, erzählt der Historiker und Theologe. Der Legende nach erschien seiner Mutter vor seiner Geburt im Traum ein Stern – Zeichen dafür, dass er Besonderes leisten wird. „Ob Suitbert in unserer Region missionierte, ist nicht belegt.“ Hinweise auf Historisches gibt aber das Rasenerz, das den Stern umgibt: „Das englische Wort für Erz lautet ore, es ist der plattdeutschen Bezeichnung für diese Steine sehr ähnlich“, weiß Michael Huhn, „von ihm leitet sich der Name Oer ab.“ 

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