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Zukunftskurs
Foto: Planungsbüro Davit Arican

Zukunftskurs

Lesedauer: ca. 4 Min. | Text: _Redaktion _RDN

Mit starken Investitionen macht sich Oer-Erkenschwick fit für morgen – und setzt dabei auf Lebensqualität, Vereinsförderung und neue Impulse für die Innenstadt. Wir sprachen mit Bürgermeister Carsten Wewers über Sport, Stadtentwicklung und Infrastruktur.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Stadt Oer-Erkenschwick in den nächsten fünf bis zehn Jahren?

Wir werden die City zu einem Ort mit hoher Aufenthaltsqualität beispielsweise mit mehr Gastronomie umgestalten. Zudem werden durch den Neubau des Freibades und die Investitionen ins Maritimo die Besucherzahlen in Oer-Erkenschwick steigen. Und nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlichen Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, in Kindertagesstätten und Schulen wird Oer-Erkenschwick als Wohnstandort noch attraktiver werden, als es jetzt schon ist.

Welche Erfolge gibt es in Sachen Stadtentwicklung in der nördlichen City von Oer-Erkenschwick?

Wir haben auf dem Kirmesplatz zusammen mit einem privaten Investor hochwertigen Wohnraum mitten in der City geschaffen. Zudem ist direkt gegenüber auf dem ehemaligen Zechengelände ein sehr gut frequentierter Einkaufsbereich entstanden. Weiter nördlich ist auf dem Gelände der ehemaligen Stimbergschule eben- falls ein Einkaufsbereich mit neuen, modernen Wohnmöglichkeiten gebaut worden.

Und welche Entwicklungsmaßnahmen plant die Stadt im südlichen Citybereich von Oer-Erkenschwick?

Dreh- und Angelpunkt für eine Sanierung und Modernisierung dieses City-Quartiers ist der Bereich am ehemaligen Klemm-Kaufhaus. Allerdings befinden sich beinahe alle Gebäude im Dreieck Stimberg-, Markstraße, Berliner Platz im Besitz einer Berliner Immobilien-Entwicklungsgesellschaft. Wir stehen aber in Kontakt mit dem Unternehmen und haben zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Anreize für Investitionen zu schaffen. Dazu zählen beispielsweise eine Sanierungssatzung, die dem Investor höhere steuerliche Abschreibungen ermöglicht. Oder das Angebot, mit der Stadtbücherei als langfristiger Ankermieter in das sanierte Dreieck zu ziehen. Bis jetzt warten wir aber noch auf ein konkretes Konzept der Eigentümer-Gesellschaft. Denn erst nach dieser großen Baumaßnahme können wir mit der Umgestaltung des öffentlichen Raums beginnen. Allerdings starten wir schon in Kürze Attraktivierungsmaßnahmen im Stadtpark, also ganz im Süden der City.

Welche Strategien verfolgt die Stadt, um neue Unternehmen anzusiedeln und bereits ansässige zu unterstützen?

Wir halten zu allen Gewerbetreibenden in Oer-Erkenschwick einen engen Kontakt. Ich führe auch regelmäßig Unternehmensbesuche durch. Zudem zeichnet sich unsere Stadtverwaltung durch eine flache Hierarchie und kurze Wege aus. Und dann ist das hohe Investitionsvolumen nicht nur für das Maritimo-Freizeitbad auch eine Form der Wirtschaftsförderung für die Unterneh- men in der Stadt und der Region.

In Oer-Erkenschwick gibt es ein reges Vereinsleben. Wie unterstützt die Stadt die lokalen Vereine zum Beispiel im Sportbereich?

Insbesondere die Sportvereine leisten eine für die Stadtgesellschaft eminent wichtige Arbeit. Deshalb sorgen wir schon mit den vorhandenen Sportanlagen für eine starke Infrastruktur. Außerdem errichten wir aktuell ein Sportfreibad mit einem 25-Meter-Sportbecken. Darüber hinaus bauen wir an den schon bestehenden Sportbereich im Maritimo-Freizeitbad vier zusätzliche Sportbahnen an. Außerdem sind bei uns bald alle Fußballvereine mit einem Kunstrasenplatz ausgestattet.

Welche Investitionen sind im kommenden Jahr in die Sport-Infrastruktur vorgesehen?

Auch der SV Titania erhält jetzt für rund 1,1 Mio. Euro einen Kunstrasenplatz. Außerdem investieren wir einen hohen Millionen-Betrag in die Erweiterung des Schwimmsport-Bereichs im Maritimo. Oer-Erkenschwick bekommt ein neu- es Freibad.

Warum investiert die Stadt in ein solches Projekt?

Wir möchten allen Bürgerinnen und Bürgern – unabhängig von Alter oder Lebenssituation – ein modernes Freizeitangebot machen. Mit dem neuen Freibad schaffen wir nicht nur Raum für sportliche Betätigung und Erholung, sondern auch einen Ort der Begegnung. Gerade in einer wachsenden Stadt wie unserer ist das ein wichtiges Signal für Lebensqualität.

Was genau erwartet die Besucherinnen und Besucher künftig?

Geplant ist ein Freibad mit einem Mehrzweckbecken, das sechs 25-Meter-Bahnen umfasst – es eignet sich sowohl für sportliches Schwimmen als auch für Freizeitschwimmer. Dazu kommen ein Nichtschwimmerbereich, ein Drei-Meter-Turm, eine breite Rutsche sowie ein „Spraypark“, der speziell auf Kinder ausgerichtet ist. Auch ein Strandbereich mit Liegen, Sandfläche und kleiner Gastronomie ist vorgesehen. Wir möchten, dass sich Familien, Sportlerinnen und Sportler sowie Erholungssuchende gleichermaßen angesprochen fühlen.

Was bedeutet das Projekt für die Stadtentwicklung insgesamt?

Mit dem neuen Freibad werten wir den Freizeitstandort Oer-Erkenschwick weiter auf. Das Projekt ist Teil unserer Strategie, Lebensqualität zu sichern und auszubauen. Gleichzeitig investieren wir damit gezielt in Infrastruktur, die das soziale Miteinander stärkt – gerade in den Sommermonaten. Ein Ort wie dieses Freibad lädt ein zu Be- gegnung, Bewegung und gemeinsamer Zeit.

Wie hoch sind die Investitionskosten und wie wird das Projekt finanziert?

Insgesamt liegen die Investitionskosten bei gut 10 Millionen Euro. Drei Millionen davon stammen aus Bundesfördermitteln. Wir sind froh, dass wir das Projekt mit externer Unterstützung realisieren können und dabei dennoch ein hochwertiges Angebot schaffen.

Ursprünglich war die Eröffnung für 2025 geplant. Wie ist der aktuelle Zeitplan?

Die ursprüngliche Zeitplanung ließ sich leider nicht halten. Gründe dafür sind unter anderem gestiegene Baukosten und zusätzlicher Abstimmungsbedarf bei Planung und Vergabe. Wir rechnen jetzt mit der Eröffnung zur Badesaison 2026. Trotz der Verzögerung sind wir überzeugt, dass sich das Warten lohnt.

Was verspricht sich die Stadt Oer-Erkenschwick langfristig von diesem Projekt?

Wir wollen die Stadt noch attraktiver machen – sowohl für die hier lebenden Menschen als auch für Gäste aus der Region. Das neue Freibad ergänzt unser bestehendes Freizeitangebot im Maritimo auf sinnvolle Weise. Gemeinsam mit anderen Maßnahmen – etwa in der Stadtentwicklung oder im Bildungsbereich – ist es Teil einer Strategie, die unsere Stadt fit für die Zukunft macht.

Wie wird die Öffentlichkeit über den Baufortschritt informiert?

Interessierte können den Fortschritt online über ein digitales Bautagebuch auf der Website des Maritimo mitverfolgen. Dort stellen wir regelmäßig Bilder, Infor- mationen und Updates ein. Transparenz ist uns wichtig – denn das neue Freibad soll ein gemeinsames Projekt für ganz Oer-Erkenschwick sein.

Info
Maritimo

Am Stimbergpark 80
45739 Oer-erkenschwick

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