Zweimal pro Woche Training, samstags Spiel. Für Paolo (13) und Nuh Taha (13) ist das mehr als nur ein fester Termin im Kalender.
Sie spielen schon seit den Minikickern zusammen. Heute spielen sie in der C2 und ihr Trainer begleitet sie bereits seit der E-Jugend. Dieser Trainer ist Murat. Er steht nicht nur auf dem Platz, sondern engagiert sich auch im Jugendvorstand des Vereins. Als er Jugendleiter wurde, setzte er gemeinsam mit dem Vorstand ein klares Zeichen, mit einem Wort, das seitdem über allem steht: „Wir“. „Fußball geht über 90 Minuten hinaus“, sagt Murat. Für ihn bedeutet der Sport nicht nur Tore und Tabellenplätze, es geht um Integration und Respekt.
„Wir wollen, dass sich hier alle respektieren, egal welche Nationalität oder welcher Hintergrund.“ Von den Kleinsten bis zu den Größten gilt daher das gleiche Prinzip: höflich sein, fair bleiben, Verantwortung übernehmen. Der Verein möchte auch vereinsübergreifend als Mannschaft auftreten, die Haltung zeigt. Egal welche Nationalität, im Team zählt, dass man zusammenhält. Wenn man die beiden 13-Jährigen fragt, warum sie schon so lange dabei sind, kommt die Antwort schnell: „Weil es hier ein richtiges Miteinander ist.“ Paolo und Nuh Taha stehen stellvertretend für viele Jugendliche im Verein.
Sie trainieren und sie gestalten mit. Denn ihre Stimme zählt. Unter dem Motto „Jugend gestaltet Zukunft“ entstehen beim FC 26 Projekte zu Fair Play, Nachhaltigkeit oder Medienkompetenz. „Wir finden gut, dass wir von der Jugend mitbestimmen dürfen“, erzählen sie. „Das ist eine Stärke unseres Vereins, dass junge Menschen hier nicht nur Fußball spielen, sondern lernen, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Murat.
Auch Nachhaltigkeit ist ein Thema in der Jugendabteilung. Mehrwegflaschen statt Einweg, langlebige Trainingsmaterialien, Aktionen im Stadtteil wie gemeinsames Müllsammeln. Um diese vielfältigen Projekte zu finanzieren hat sich der Verein bei Vest Future beworben, dem Spendenprojekt der Sparkasse Vest. Natürlich geht es auch um praktische Dinge. „Neue Hütchen fürs Training wären gut“, sagt Paolo und lacht. Trainingsmaterial kann man schließlich immer gebrauchen. Doch im nächsten Moment wird deutlich, dass es ihnen um mehr geht als Ausstattung. „Wir wollen zeigen, dass wir mehr sind als nur ein Verein“, sagt Murat. „Wer hier spielt, lernt nicht nur, wie man den Ball richtig trifft. Sondern auch, wie man miteinander umgeht, Verantwortung übernimmt und gemeinsam etwas bewegt“.